Asiatische Hornissen bitte melden!

Asiatische Hornisse
Quelle: Wikipedia, Muséum de Toulouse / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3

Wie Ihnen vielleicht in den vergangenen Tagen schon auf anderem Wege bekannt geworden ist, konnte im September 2019 erstmalig in Hamburg eine Unterart der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) nachgewiesen werden. Während im September ein Einzeltier in Hamburg gefunden wurde, konnte in diesem Frühjahr zudem ein Nest der Unterart zugeordnet werden.

Die Unterart Vespa velutina nigrithorax ist erstmalig 2005 in Frankreich nachgewiesen worden und stammt ursprünglich aus dem südostasiatischen Raum. Seit dem Auftreten in Frankreich hat sich die Art in Frankreich ausgebreitet und kommt mittlerweile auch in Spanien , Portugal, Belgien, Italien, Großbritannien, den Niederlanden, den Kanalinseln, den Balearen und Deutschland vor. Bisher sind Funde in Deutschland aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen bekannt. Der Fund in Hamburg stellt den bisher nördlichsten Fund in Deutschland dar.

 

Im Rahmen der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten wurde Vespa velutina nigrithorax am 03.08.2016 auf die Unionsliste aufgenommen und gilt seither als invasive gebietsfremde Art von unionsweiter Bedeutung. Da die Unterart in Deutschland bisher nur vereinzelt aufgetreten ist, unterliegt sie der Früherkennung und Sofortigen Beseitigung nach Art. 16 ff. der Verordnung. Das bedeutet, dass jedes Vorkommen schnellstmöglich der EU-Kommission gemeldet (Notifizierung) und beseitigt werden muss.

Die Unterart zeigt sich in Europa sehr anpassungsfähig und breitet sich schnell aus. Eine weitere Verbreitung wird vor allem in Südeuropa angenommen, nördlichere Funde lassen jedoch vermuten, dass eine größere klimatische Bandbreite besiedelt werden kann. Es wird davon ausgegangen, dass das Vorkommen von Vespa velutina nigrithorax negative Auswirkungen auf die Honigbiene und weitere Arten haben könnte, die in das Beutespektrum der Unterart fallen. In dem Zusammenhang wird auch eine mögliche Konkurrenzsituation zwischen der einheimischen Europäischen Wespe (Vespa crabro) vermutet, die eine ähnliche ökologische Nische besetzt. Eine Zusammenstellung der Auswirkungen und des Forschungsbedarfes in diesem Bereich findet sich in der unten aufgeführten Veröffentlichung von Monceau et al.

 

 

Fundmeldungen:

Bei einem Fund dieser Unterart oder bei dem Verdacht, dass es sich um die betreffende Unterart handelt, bitte ich Sie diesen Fund zu melden. Bitte geben sie möglichst viele Informationen und auch Bilder zu dem Fund an, die eine Bestimmung erleichtern können.

Fundmeldungen an das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (Henrike.ruhmann@llur.landsh.de) oder das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (Bettina.holsten@melund.landsh.de)

 

 

Weiterführende Informationen:

Veröffentlichung zum Erstfund in Hamburg

Husemann, M. et al. (2020): The nothernmost record oft he Asian hornet Vespa velutina nigrithorax (Hymenoptera, Vespidae). In Evolutionary Systematics 4(1):1-4

https://evolsyst.pensoft.net/article/47358/

 

BfN-Skript 471 über die Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 und die Unionslistearten

Nehring, S. & S. Skowronek (2017): Die invasiven gebietsfremden Arten der Unionliste der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014. Erste Fortschreibung 2017 .

https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/service/Dokumente/skripten/Skript471.pdf

 

CABI Invasivitätsbewertung

https://www.cabi.org/isc/datasheet/109164

 

Review über die Biologie der Unterart, Gefährdungen & Managementmethoden

Monceau, K. et al. (2014): Vespa velutina: a new invasive predator of honeybees in Europe. In: Journal of Pest Science 87: 1-16

https://www.researchgate.net/publication/258769112_Vespa_velutina_A_new_invasive_predator_of_honeybees_in_Europe

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Henrike Ruhmann


Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt

und ländliche Räume Schleswig-Holstein

Abteilung Naturschutz und Forst

Dezernat Biodiversität

LLUR 5114

 

Hamburger Chaussee 25

24220 Flintbek

 

T +49 4347 704-581

F +49 4347 704-302

henrike.ruhmann@llur.landsh.de

poststelle@llur.landsh.DE-Mail.de

Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume – beBPo (§ 6 ERVV)

www.schleswig-holstein.de/llur/

www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/A/artenschutz/invasivearten.de

 

 

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DIB Honig bei ALDI

Anfang dieser Woche erhielten wir Kenntnis darüber, dass ALDI SÜD ab dem 5. März 2020 Echten Deutschen Honig als Aktionsware bewerben wird. Unabhängig davon bietet ALDI SÜD auch ein Imker-Starter-Set (Bekleidung und imkerliches Handwerkszeug) an. 

 

Das D.I.B.-Präsidium hat sich dazu entschlossen, zur Werbeaktion Echter Deutscher Honigwesentliche, relevante Fakten zusammenzufassen und diese als Argumentationshilfen zur Veröffentlichung und Verbreitung zur Verfügung stellen.

 

Unabhängig davon ist auf der D.I.B.-Homepage www.deutscherimkerbunde.de einen Button eingerichtet worden, um jenen ALDI SÜD-Kunden, die mit dem Angebot des Imker-Starter-Sets angeregt werden sollten, sich näher mit der Imkerei und Bienenhaltung zu beschäftigen und online recherchieren, wichtige Informationen auf einen Blick bereit zu stellen. Zugleich ist die Verlinkung zu den Homepages der Mitgliedsverbände gegeben.

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Fachsimpeln am Lehrbienenstand

Bestes Wetter mit strahlendem Sonnenschein lockten nicht nur die Bienen aus der Beute. Auch die Imker nutzen den Sonntag um ihren Kaffeetisch an den neuen Vereinsbienenstand zu verlegen. Vor allem für die Neuimker war das eine willkommene Gelegenheit mit alten Hasen zu fachsimpeln und den Imkerflohmarkt nach Brauchbarem zu durchstöbern. Durch den Verkauf der gespendeten Sachen kam eine Summe von 50,- € zusammen, die der Vereinskasse gestiftet wird. Vielen Dank dafür an Hans Totzek.

Raphael öffnete bei der Gelegenheit auch das von ihm betreute Volk und erläuterte den Jungimkern seine Durchsicht.

 

Seit Mai 2018 führt der Verein einen "Lehrbienenstand" auf einem kleinen Betriebshof des Grünflächenamtes im Havighorster Weg 3 in Lohbrügge. Ziel ist es, Jungimkern und an der Imkerei Interessierten die Segeberger Betriebsweise näher zu bringen und praktisch zu erläutern. Bisher steht ein Volk auf dem Stand, das durch Raphael dauerhaft betreut wird. Insgesamt sollen hier zukünftig mindestens drei Völker stehen. Angedacht ist auch eine kleine Hütte zu errichten, die uns als Treffpunkt und "Materiallager" zur Verfügung steht.

 

Ein fachlicher Austausch mit Imker-Flohmarkt wird in Zukunft regelmäßig stattfinden. Die Termine findest Du hier.

Und vielleicht ist es ja auch ein Ort, an dem wir unterschiedliche Betriebsweisen, neben der hier verbreiteten "Segeberger Beute", demonstrieren und vergleichen können. Wer Interesse hat, eine alternative Betriebsweise dort zu vermitteln und zu pflegen, meldet sich bitte bei unserem Vorstand.

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In 12 Jahren 20 durchlebt.

Wie man in 12 Jahren 20 druchleben kann, davon kann uns Ulrich K. berichten. Seit 2006 ist er Mitglied bei uns im Verein. 2010 wurde er in den Vorstand gewählt und seit dem zählen seine "Ehrenjahre" doppelt.

Tja, so schnell fliegen die Zeit dahin, wenn man sich engagiert. Als nächstes will sich der Unermüdliche um die Errichtunge eines vereinseigenen Bienenstandes kümmern. Hier wird der Verein zukünftig Interessierten und Neueinsteigern das Imkerhandwerk näher bringen. Das macht Ulrich K. aber auch schon jetzt: als Pate von zahlreichen Neueinsteigern. Langweilig wirds nie.
Als Anerkennung dafür gibt es ganz offiziell eine silberne Nadel vom ersten Vorsitzenden überreicht.

Ulrich - herzlichen Glückwunsch und vielen Dank!

Mögest Du uns noch lange erhalten bleiben.

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Jahresbericht 2017

Obmann für Bienenzucht, Otto Reimann, über das Bienenjahr 2017:

Otto Reimann
2017 war kein berauschendes Jahr für Bienenzüchter.

Das Jahr 2017 war vom Klima und von der Wetterbilanz nicht mit den Vorjahren zu vergleichen - zumindest nicht hier in Norddeutschland.

 

Das Frühjahr war wechselhaft mit wenig Schnee und Frostnächten gekennzeichnet. Meist pendelten die Temperaturen um O°C herum, dafür gab es aber viel Regen.

 

Mit ca. 190 Liter/m² war Hamburg das nassester Bundesland in Deutschland.

 

Ende März gab es erstmals ein wenig Sonnenschein und Wärme. Die Natur blüte kurz auf, um aber gleich wieder in den nasskalten Rhythmus zurückzukehren.

 

Im April wurden die Futterkranzproben von Hans Totzek und Wibke Huffmeyer gezogen. Erst im Mai gab es endlich einige Tage Frühlingswetter mit bis zu 20 ° C. Doch die Hauptblüte war vorbei, vom Raps gab es nur noch Reste zu ernten.

 

Die Frühtracht und Honigernte im Juni war dementsprechend mäßig bis unzufrieden. Nur wenige Imker hatten mehr Glück.

 

Durch die ungünstige Wetterlage wurde die Königinzucht erst in der 2.Maihälfte begonnen. Das Zuchtmaterial, von gekörten Völkern, wurde wieder vom ZR. Bergedorf / Geesthacht breitgestellt. Nach Aufzucht der Königinnen und Fertigstellung der EWK,s wurden sie zur Inselbelegstelle Puan Klent geschickt.

 

Der ZR. Hamburg / Bergedorf – Geesthacht hatte 350 Königinnen gestellt.

 

Die allgemeine Beschickung der Belegstelle war 2017 rückläufig. Es wurden insgesamt 788 EWK,s angeliefert – aber nur 572 Königinnen begattet. Das sind 72.6%. Dieses Ergebnis war nicht zufriedenstellend, was nicht nur dem schlechten Wetter geschuldet war. Viele Fehler werden auch von den Züchtern - durch nicht sorgfältige Königinnenzucht sowie Herrichtung der EWK,s - verursacht.

 

Der weitere Verlauf des Sommers war immer noch von kühlem und nassem Wetter geprägt. Im August gab es einige Tage mit sommerlichen Temperuren. Diese stiegen tatsächlich bis 29,6°C an. Dieser Wärmeschub kam leider zu spät, er konnte die Lindentracht nicht mehr positiv beeinflussen. Somit fiel die Sommer - Honigernte auch nur mäßig aus.

 

Nach dem Schleudern im Juli, wurden die Völker gefüttert und behandelt.

 

Damit ging das Bienenjahr langsam zu Ende – und ein neues begann mit der Nachricht, dass Glyphosat – Unkrautvernichtungsmittel – weitere 5 Jahre eingesetzt werden kann.

 

Die 2. Nachricht betraf einen neuen Faulbrutbefall in Hamburg Bergedorf / Nettelnburg. Es wurde ein Sperrbezirk eingerichtet, der bis zum Jahresende noch nicht aufgelöst wurde, da die Sanierung noch ausstand.

 

Nach all den bisherigen Faulbrutfällen, die aufgetreten sind, stellt sich doch immer wieder die Frage: Ist es nur ein Fall der Hygiene??

 

Doch bei all den negativen Ereignissen, die uns bei der Bienenhaltung begleiten, scheint sich ein Lichtstrahl am Bienenhorizont abzuzeichnen – ein Wirkstoff gegen die Varroamilbe – Lithiumchlorid.

 

Lithiumchlorid ist ein Salz, was man in Zuckerwasser aufgelöst, den Bienen geben kann. Eine Schädigung der Bienen wurde bisher nicht festgestellt. Dieses Medikament wird aber noch nicht für den Markt freigegeben, da weitere Testreihen über Dosierung und Nebenwirkungen usw. noch ausstehen.

 

Dieser Wirkstoff wurde nach einer 25-jährigen Forschungsarbeit vom Team des Dr. Peter Rosenkranz – Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde in der Universität Hohenheim – durch einen glücklichen Zufall – entdeckt.

 

Wenn das ein Medikament ist, das in die Zukunft weist, und uns von der so lästigen Varroa Plage befreit, ist das ein Schritt in eine neue Bienenwelt, die wir ja schon vor sehr langer Zeit gehabt haben.

 

Hoffen wir also, dass dieses Medikament das hält was es verspricht und uns gesundere und leistungsfähige Völker beschert.

 

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